Anime früher vs. Animes jetzt

 In Anime/Manga

Die Animeindustrie früher im Vergleich zur Animeindustrie jetzt

Animes gibt es nun schon seit etwas über 100 Jahren. Es gibt Behauptungen, dass die ersten animierten japanischen Filme schon um das Jahr 1907 entstanden sind, lange bevor es Computer gab, mit denen man das bewerkstelligt hat und lange bevor eine Idee durch hundert Instanzen musste, bevor daran gearbeitet werden konnte. Ich will euch heute einen kleinen Einblick darin geben, was die Animeindustrie so alles bis heute mitgemacht hat.

Animierte Serien oder auch Zeichentrickserien gab es ja auf der ganzen Welt und nicht nur in Japan. Wie der Name Zeichentrickserien schon suggestiert, wurden früher die einzelnen Bilder per Hand gezeichnet, dabei gibt es schon verschiedene Techniken um nicht jede einzelne Frame komplett neu zeichnen zu müssen, aber eine Folge eines Animes besteht aus ungefähr 15000 Frames, das ist jede Menge Arbeit. Die japanischen Animes wurden erst in den 1970ern immer berühmter, da das Medium Manga in dieser Zeit in Japan sehr populär wurde und in dessen Folge dann immer mehr Geschichten animiert wurden.

Wodurch sich Animes wirklich von anderen animierten Zeichentrickserien unterscheiden, ist die Menge an Details, die in den Bildern steckt, welche die wenige Zeit, in der es um die Bewegung geht, kompensiert. Seit den 1990ern nimmt die Animation am Computer immer mehr die Überhand, da es einfacher zu produzieren und auch billiger ist. Heute sieht man nur noch sehr selten Studios, die mehr als die Storyboards per Hand zeichnen. In den letzten Jahren nimmt die CGI Animation sehr zu, was so manchen bekannten Personen in der Industrie sauer aufstößt, andere nehmen es sehr gelassen.

Hier würd ich gerne ein Zitat von Hayo Miyazaki einfügen, der sicher vielen vom Studio Ghibli (Mononoke, Chihiro) bekannt ist:

“If [hand-drawn animation] is a dying craft, we can’t do anything about it. Civilization moves on. Where are all the fresco painters now? Where are the landscape artists? What are they doing now? The world is changing. I have been very fortunate to be able to do the same job for 40 years. That’s rare in any era.”

Durch die Veränderung des Produktionsverfahrens (die leider den Rahmen des Artikels sprengen würden, aber vielleicht schreib ich dazu einmal einen eigenen Artikel c: ) wird es natürlich viel leichter und schneller eine Serie zu produzieren.
Meiner Meinung nach ist das auch einer der Gründe, warum viele sagen die Anime Industrie ginge den Bach runter. Heute geht es immer mehr um Quantität und man macht sich nicht mehr so viele Gedanken darüber ein Werk zu schaffen, das eine längere Zeit überdauern sollte.
Natürlich gibt es auch heute noch qualitativ wirklich hochwertige Animes, die auch originellen Inhalt liefern. Das liegt aber weniger an den Studios, viel mehr an den Mangakas bzw. den Autoren, von denen die Geschichte ursprünglich kommt. Ich will jetzt nicht sagen, es gibt keine guten Studios mehr (TRIGGER *hust*), aber es gibt halt auch nicht so viele davon.
Dass es schon immer sehr viel Müll gab, will ich in keinster Weise bestreiten, aber die Menge an Animes, die jede Season rauskommen und die Menge, die wirklich sehenswert sind, ist schon sehr unterschiedlich.

Meiner Meinung nach kann man sich jetzt darüber aufregen, dass die Industrie in die Richtung gegangen ist, in die sie gegangen ist, aber wenn man etwas darüber nachdenkt, hat es auch nicht wirklich in eine andere Richtung gehen können, so wie die Technik vorangeschritten ist, so wie sich die Fanbase vergrößert hat und wie der Kapitalmarkt funktioniert.
Wenn etwas gut funktioniert, wird es leider kopiert und wieder kopiert und dann wird etwas Ähnliches auf den Markt geworfen, das nur etwas anders ist. So entsteht leider sehr viel Einheitsbrei, bis es tot ist oder jemand eine neue Formel findet und dann geht der Kreis wieder von vorne los. So ist das überall. Wir können froh sein, dass es so viele kreative Köpfe auf der Welt gibt, die gerne Geschichten erzählen und nicht zum Einheitsbrei zählen wollen.

Natürlich trägt auch das Internet einen großen Teil dazu bei, wie sich das Medium verändert hat. Heute kann sich jeder so ziemlich alles im Internet ansehen. Da muss man sich keine VHS Kopie aus Übersee zuschicken lassen, die dann hier wieder kopiert und weiterverbreitet wird. Mit einer 100 Mbit Flatrate ist das heute auch schon sehr anders, als mit einem 56k Modem und LAN Partys, auf denen man sich austauscht. Mit einem englischen Crunchyroll Abo ist man für ein paar Euros schon so umfassend abgedeckt, dass man sich quasi alles Neue, ohne irgendwelche Limitierungen, ansehen kann. Man hat es als Anime Fan heute schon sehr viel leichter an sein Zeug ranzukommen.
Überlegt euch mal, was das für ein Fortschritt ist, dass man nicht nur eine Hand voll Serien zur Auswahl hat, sondern mehrere tausend. Ich rede jetzt natürlich nicht nur vom deutschen Markt, der ist schon etwas eingeschränkter. Es verändert sich dadurch auch total der Umgang, wie sich Fans verhalten, wie sehr man sich in seine Lieblingsgeschichte vertieft, aber das ist eine Geschichte für nächste Woche. Da werde ich euch etwas darüber erzählen, wie sich der ganze Umschwung aus meiner Sicht auf die Fanbase ausgewirkt hat.

Das Titelbild stammt übrigens von
http://rjace1014.deviantart.com/
vielleicht schaut ihr ja mal vorbei (:

alles Liebe

-Rafi

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